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Wie wähle ich eine B2B-PR-Agentur aus? 9 Kriterien für Technologieunternehmen

10. Juni 2026

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B2B Marketing

Wer eine PR-Agentur für ein Technologieunternehmen auswählt, entscheidet selten nur über Pressearbeit. Es geht um die Frage, ob komplexe Expertise in den Umfeldern sichtbar wird, in denen ein Buying Center seine Meinung bildet.

 

Bei einer Technologieinvestition beginnt die Recherche vor dem ersten Gespräch. Fachverantwortliche vergleichen Lösungen, die Geschäftsführung fragt nach Risiko, der Einkauf nach Referenzen. Kommunikation prägt, welche Anbieter auf der Longlist erscheinen und welchen sie vertrauen.

 

Die Buyer-Experience-Studie von 6sense beschreibt B2B-Kaufgruppen mit typischerweise mehr als zehn Beteiligten. In der Stichprobe mit knapp 4.000 Käufern kam der spätere Gewinner in 95 Prozent der Fälle aus der Shortlist des ersten Tages.

 

Für Technologieunternehmen folgt daraus: Gesucht wird eine Agentur, die Sichtbarkeit und Vertrauen vor dem Vertriebsprozess aufbaut.

 

Kurzantwort: Eine gute B2B-PR-Agentur versteht das Vertriebsmodell, übersetzt komplexe Themen in belastbare Medienanlässe und verbindet Fachmedien, eigene Inhalte und LinkedIn-Kommunikation. Maßgeblich sind Arbeitsweise, fachliche Tiefe und transparente Erfolgslogik – nicht die Zahl der Logos auf einer Referenzfolie.

 

Die Auswahl beginnt beim Vertriebsmodell

 

Industrielle Automatisierung, Cybersecurity und B2B-Software verlangen eine andere Kommunikation als ein transaktionales Angebot in einem Online-Shop. Vor einer Anfrage wollen Entscheider wissen, welches Risiko eine Lösung senkt, wie sie sich integrieren lässt und wer bereits gute Erfahrungen damit gemacht hat.

 

Klären Sie deshalb vor dem Auswahlprozess drei Punkte: die Länge des Verkaufszyklus, die Rollen im Buying Center und die Fragen, an denen Entscheidungen regelmäßig hängenbleiben. Daraus entsteht ein Briefing, an dem sich Agenturgespräche fair messen lassen.

 

Die 9-Kriterien-Scorecard macht Gespräche vergleichbar

 

Die Matrix ist kein Ranking. Bewerten Sie jedes Kriterium mit 0 Punkten (nicht erkennbar), 1 Punkt (teilweise erkennbar) oder 2 Punkten (durch Gespräch und Beispiele belegt). Maximal sind 18 Punkte möglich.

 

Kriterium Prüffrage für das Auswahlgespräch Woran Sie Substanz erkennen Warnsignal
1. Verständnis des Vertriebsmodells Versteht die Agentur, wie und wann bei Ihnen gekauft wird? Sie fragt nach Verkaufszyklus, Buying Center, Hürden und Entscheidungslogik. Sie spricht vor allem über Reichweite und schnelle Leads.
2. Technologische und marktliche Tiefe Kann sie Ihr Thema korrekt einordnen? Sie erkennt Zielkonflikte, Wettbewerbssituation und Fachbegriffe, ohne sie aufzublasen. Sie wiederholt Produktvokabular, ohne die Relevanz zu erklären.
3. Redaktionsfähiger Blick auf Themen Entstehen aus Ihren Informationen Geschichten, die ein Medium tragen? Sie trennt Unternehmensnachrichten von Themen mit Branchenbezug und skizziert mögliche Aufhänger. Jeder Anlass soll als Pressemeldung versendet werden.
4. Passende Medienumfelder Kennt die Agentur die Medien, denen Ihre Entscheider vertrauen? Sie begründet die Auswahl von Fach-, Wirtschafts-, Regional- oder Branchenmedien. Der Verteiler bleibt eine anonyme Liste mit möglichst vielen Kontakten.
5. Fähigkeit zur Komplexitätsübersetzung Werden technische Details verständlich, ohne an Präzision zu verlieren? Sie kann eine konkrete Lösung in Problem, Wirkung, Beleg und Anwendung übersetzen. Der Text bleibt entweder zu technisch oder zu allgemein.
6. Experten und Führungskräfte als Quellen Entwickelt die Agentur sichtbar Personen und Expertise? Sie plant Interviews, Gastbeiträge, Datenformate oder kommentierbare Positionen. Im Mittelpunkt stehen ausschließlich Produktmeldungen.
7. Verbindung von Earned, Owned und LinkedIn Wie greifen Medienarbeit, Website-Inhalte und Social-Kommunikation ineinander? Ein Thema wird in Medienimpuls, vertiefenden Fachartikel und LinkedIn-Perspektive weiterentwickelt. Die Disziplinen werden als getrennte Monatsprodukte verkauft.
8. Kompetenz für KI-Suche und GEO Versteht die Agentur, was KI-Sichtbarkeit seriös beeinflusst? Sie spricht über hilfreiche, originäre Inhalte, technische Zugänglichkeit, zitierfähige Quellen und Messgrenzen. Sie verspricht Platzierungen in KI-Antworten oder verkauft pauschale GEO-Hacks.
9. Transparenz, Zusammenarbeit und Messung Ist die Leistung steuerbar und sind Verantwortlichkeiten klar? Sie definiert Planung, Freigaben, Reporting, qualitative Resonanz und Grenzen der Erfolgsmessung. Sie verspricht Garantien oder vermeidet die Budget- und Ressourcenfrage.

 

So lesen Sie das Ergebnis: Bei 15 bis 18 Punkten ist die Passung wahrscheinlich hoch. 10 bis 14 Punkte zeigen ein solides Fundament mit Klärungsbedarf. Unter 10 Punkten fehlt meist Marktverständnis, redaktionelle Kompetenz oder eine praktikable Zusammenarbeit.

 

Die Punktzahl ersetzt kein Urteil. Für ein enges Technologiethema kann eine kleine Spezialagentur besser passen als ein großes Netzwerk. Die Scorecard schützt vor einem Pitch, der überzeugender aussieht als die spätere Zusammenarbeit.

 

Medienarbeit wird an der Qualität des Anlasses entschieden

 

Ein Presseverteiler ist ein Werkzeug, kein Konzept. Redaktionen beschäftigen sich mit einem Unternehmen, wenn der Anlass über dessen Produkt hinausweist. Ein Softwareanbieter kann etwa wiederkehrende Sicherheitsfehler analysieren; ein Industrieunternehmen mit Servicedaten zeigen, wo Energieeffizienz stockt.

 

Fragen Sie im Auswahlgespräch nach zwei oder drei Themenhypothesen. Gute Agenturen nennen dabei keine vorgefertigten Schlagzeilen. Sie zeigen, welche Daten, Expertinnen und Experten oder aktuellen Debatten sie prüfen würden.

 

Woran sich eine PR-Strategie erkennen lässt: Sie verbindet einen Markt- oder Problemblick mit eigener Expertise und einem konkreten Beleg. Daraus können unterschiedliche Formate entstehen: ein Fachartikel, ein Gespräch mit einer Redaktion, eine Studie, ein Gastbeitrag oder ein LinkedIn-Beitrag. Der Absender bleibt derselbe, der Informationswert verändert sich mit dem Umfeld.

 

Externe Validierung und eigene Kanäle erfüllen verschiedene Aufgaben

 

Die Website bleibt der zentrale Ort für Produkte, Anwendungen und Belege. Entscheider prüfen jedoch zusätzlich, ob Aussagen außerhalb des Unternehmens Bestand haben. Genau dafür schafft Earned Media einen unabhängigen Kontext – und Inhalte lassen sich sinnvoll weiterverarbeiten: als vertiefender Artikel, LinkedIn-Kommentar oder Sales-Unterlage.

 

Das hat auch eine GEO-Dimension. Muck Rack analysierte im Mai 2026 mehr als 25 Millionen Links aus Antworten von ChatGPT, Claude und Gemini in 17 Branchen. 84 Prozent der Zitierungen entfielen auf Earned Media; bezahlte und advertoriale Inhalte lagen bei 0,3 Prozent. Das belegt keine Kausalität für einzelne Unternehmen. Es zeigt aber, wie relevant unabhängige Quellen für die Agenturauswahl geworden sind.

 

Was GEO-Kompetenz bei einer PR-Agentur konkret bedeutet: Sie verspricht keine steuerbaren Rankings in KI-Antworten. Sie entwickelt stattdessen Inhalte mit eigener Perspektive, schafft nachvollziehbare Quellen und sorgt dafür, dass die Website technisch zugänglich ist. Damit folgt sie auch Googles Empfehlung, originären, hilfreichen und gut strukturierten Content über vermeintliche Optimierungs-Hacks zu stellen.

 

Referenzen brauchen Kontext, keine Logo-Wand

 

Referenzen erzählen erst mit Kontext genug. Fragen Sie nach Ausgangslage, konkreter Leistung und seriös belegbarer Wirkung. Ein Marktführer mit laufendem Nachrichtenfluss startet unter anderen Voraussetzungen als ein Unternehmen, das in Deutschland erst Sichtbarkeit aufbaut.

 

Wir erleben bei EPOS regelmäßig: Vor der ersten Veröffentlichung ist die gemeinsame Entscheidung zentral, welche Themen ein Unternehmen glaubwürdig besetzen kann.

 

Die Budgetfrage gehört ins Auswahlgespräch

 

Preise gehören offen auf den Tisch. Ein Retainer kann Strategie, Themenarbeit, Redaktion, Medienansprache, Auswertung und interne Abstimmung umfassen. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn Scope und interne Zuarbeit klar benannt sind.

 

Die günstigere Agentur muss nicht die wirtschaftlichere sein. Unklare Freigaben und wiederholte Briefings erzeugen Aufwand auf beiden Seiten. Eine gute Agentur benennt deshalb früh, welche Mitarbeit sie braucht.

 

Die Entscheidung sollte vor dem Vertrag fallen

 

Die Arbeitsweise zeigt sich bereits vor der Beauftragung: Hört die Agentur zu, stellt sie weiterführende Fragen und benennt sie fehlende Informationen? Wenn zwei Agenturen eng beieinanderliegen, kann eine kurze Strategiewerkstatt aufschlussreicher sein als ein weiterer Pitch.

 

Wenn Sie einschätzen möchten, welche Themen, Quellen und Formate für Ihr Unternehmen tragfähig sind, sprechen Sie mit uns. Schreiben Sie an stefan.epler@epos-marketing.com mit dem Stichwort „GEO-Guide für Kommunikationsverantwortliche“. Wir schauen gemeinsam darauf, welche Grundlage für eine belastbare Kommunikationsstrategie bereits vorhanden ist.

 


 

FAQ: B2B-PR-Agentur auswählen

 

Wie finde ich die richtige B2B-PR-Agentur für ein Technologieunternehmen?

Die passende Agentur versteht zunächst Ihr Vertriebsmodell, die Rollen im Buying Center und die Informationshürden vor einer Kaufentscheidung. Im Auswahlgespräch sollte sie nachvollziehbare Themenhypothesen entwickeln, passende Medienumfelder begründen und klären, welche interne Expertise verfügbar ist. Referenzen helfen, wenn sie Ausgangslage, Leistung und Wirkung offen zeigen. Eine Scorecard mit festen Kriterien macht Angebote vergleichbar.

 

Welche Kriterien sind bei der Auswahl einer B2B-PR-Agentur besonders wichtig?

Relevant sind neun Bereiche: Vertriebsverständnis, technologische Tiefe, redaktionsfähige Themenentwicklung, Medienkenntnis, Komplexitätsübersetzung, Expertenpositionierung, die Verbindung von Earned, Owned und LinkedIn, seriöse GEO-Kompetenz sowie transparente Zusammenarbeit. Die Gewichtung hängt vom Unternehmen ab. Im Complex Sale sind Marktverständnis und die Fähigkeit, Vertrauen über mehrere Informationskanäle aufzubauen, besonders wertvoll.

 

Was kostet eine B2B-PR-Agentur für Technologieunternehmen?

Die Kosten hängen vom Leistungsumfang ab: Strategische Grundlagenarbeit, laufende Medienarbeit, Fachbeiträge, Studien, LinkedIn-Kommunikation und internationale Koordination benötigen unterschiedliche Ressourcen. Entscheidend ist daher weniger ein Pauschalpreis als ein klarer Scope: Welche Themen, Formate, Abstimmungswege und Auswertungen sind vorgesehen? Eine gute Agentur erklärt, welche Zuarbeit sie braucht und welche Ergebnisse realistisch erwartbar sind.

 

Woran erkenne ich seriöse GEO-Kompetenz bei einer PR-Agentur?

Seriöse GEO-Kompetenz erkennt man an der Methode. Die Agentur erklärt, wie sie hilfreiche und originäre Inhalte entwickelt, Quellen und Medienarbeit einbindet, die technische Zugänglichkeit der Website berücksichtigt und Sichtbarkeit beobachtet. Sie verkauft keine Garantien für ChatGPT, Gemini oder Google AI Mode. Google selbst empfiehlt eine menschenorientierte, gut strukturierte und technisch zugängliche Website statt spezieller GEO-Tricks.

 


 

Quellen

6sense: 2025 B2B Buyer Experience Report – globale Studie mit knapp 4.000 B2B-Käufern; Angaben zu Buying Groups, Shortlists und Kaufreisen.

 

Muck Rack: Earned media still drives 84% of AI citations – Analyse von mehr als 25 Millionen Links aus KI-Antworten in 17 Branchen, Mai 2026.

 

Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search – offizielle Google-Leitlinie, zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2026.

 

 

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